Ess-Brechsucht

Bulimia nervosa

 
 

Die ESS-BRECHSUCHT WIRD AUCH GERN ALS OCHSEN- BZW. STIERHUNGER BEZEICHNET. DAS TYPISCHE MERKMAL DER KRANKHEIT SIND HEIßHUNGERATTACKEN WORAUF SELBSTINDUZIERTES ERBRECHEN, HUNGERN ODER DER MISSBRAUCH VON ABFÜHR- UND BRECHMITTELN FOLGT.

Als Auslöser für den Heißhunger gelten oft emotionale Faktoren, psychischer Stress, Unzufriedenheit mit der eigenen Person, starke Gefühle von Verlassenheit. In der Vorgeschichte finden sich häufig Episoden der Magersucht wieder. Die Betroffenen haben während der Essanfälle oft das Gefühl, die Kontrolle über sich selbst und über die Nahrungsmengen, die sie zu sich nehmen, zu verlieren. Gründe für das darauf folgende Erbrechen, sind die Angst zuzunehmen oder Scham über den Kontrollverlust. Die Erkrankten leiden an einer gestörten Selbstwahrnehmung und/oder einer Körperschemastörung. 

 
 

Ursachen

Die Ursachen der Bulimie ähneln der Magersucht. Die häufigsten Begleiterkrankungen sind

  • Missbrauch von Alkohol, Drogen, Nikotin, Medikamenten
  • Autoaggressives Verhalten / selbstverletzendes Verhalten
  • Übertriebenes Geldausgeben, Frustkäufe, Kaufsucht, Ladendiebstahl
  • Soziale Isolation, Karrieredrang, Überanpassung an Gruppe/Familie
  • Depressionen und Minderwertigkeitsgefühle, große Unzufriedenheit mit sich selbst oder über die eigene Geschlechterrolle           

Körperliche Folgen

Die körperlichen Folgen ähneln leicht denen der Magersucht. Durch die Bulimie verändert sich bei 50 % nach gewisser Zeit das Gehirn. Außerdem kann es zu Magenerweiterungen, Magenruptur und Entzündungen der Speiseröhre kommen oder auch zu Herzproblemen oder Nierenschäden. 

 
 
 

KRITERIEN DER ICD-10

Es bestehen eine andauernde Beschäftigung mit dem Essen und eine unwiderstehliche Gier nach Nahrungsmitteln. Es kommt zu Essattacken, bei denen große Mengen an Nahrung in kurzer Zeitgegessen werden.

Die Gewichtszunahme soll vermieden werden durch:

 
 
  • Selbst herbeigeführtes Erbrechen
  • Missbrauch von Abführmitteln
  • Zeitweilige Hungerperioden
  • Einnahme von Appetitzüglern, Schilddrüsenpräparaten, Entwässerungsmitteln
 

Es besteht eine krankhafte Furcht dick zu werden. Oft besteht eine Gewichtsgrenze im Untergewichtsbereich.

In der Vorgeschichte finden sich häufig Episoden von Anorexia nervosa. Diese können voll ausgeprägt oder verdeckt mit einem mäßigen Gewichtsverlust und/oder einem vorübergehenden Aussetzen der Regelblutung gewesen sein.

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