Dresden, 27.08.2014

Online-Hilfe bei Essstörungen und gestörtem Essverhalten

Programm zur Prävention von Essstörungen bei KIndern im Alter von 6-8 Jahren

Essstörungen sind schwerwiegende Erkrankungen, die mit erheblichen psychischen und körperlichen Folgeschäden verbunden sind. Dabei zeigen Menschen mit einer Essstörung und auch deren Angehörige eine im Vergleich zu gesunden Menschen deutlich eingeschränkte Lebensqualität. Auch ein gestörtes Essverhalten und eine geringe Körperzufriedenheit, die noch nicht die Kriterien einer Essstörung erfüllen, können die Lebensqualität beeinträchtigen. Drei Online-Programme der TU Dresden können hier helfen.

1. Online-Programm

everyBody – Körperzufriedenheit für jederfrau

Viele Frauen beschäftigen sich häufig mit ihrer Figur und ihrem Gewicht, probieren Diäten aus oder sind unzufrieden mit Ihrem Körper. Aber wie ist es möglich, einen unbeschwerten Umgang zu Ernährung und zum eigenen Körper zu finden, ohne das ständige das Gefühl, Diät halten oder sich Sorgen über das Gewicht machen zu müssen?   Hier setzt das Online-Programm „everyBody“ an.

everyBody ist ein kostenloses Online-Programm das dabei helfen soll Frauen ein entspanntes Verhältnis zum eigenen Körper zu vermitteln und Essstörungen vorzubeugen. Es bietet die Möglichkeit, sich mit Themen wie ausgewogener Ernährung und Bewegung zu beschäftigen, die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper zu stärken und das Selbstwertgefühl zu fördern. Das Programm hält zudem Impulse bereit, um die vermittelten Strategien in den Alltag zu integrieren. Dabei gibt nicht ein everyBody für alle, sondern für jede Teilnehmerin ein maßgeschneidertes everyBody. Das Programm besteht aus vier bis zwölf Sitzungen. Jede Woche wird eine neue Sitzung mit neuen Themen freigeschaltet. everyBody wurde an der Stanford School of Medicine und am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Technischen Universität Dresden unter der Leitung von Prof. Dr. C. Barr Taylor und Prof. Dr. Corinna Jacobi entwickelt. In verschiedenen klinischen Studien konnten wir zeigen, dass everyBody Frauen dabei hilft, zufriedener mit ihrem Körper zu sein, ohne dass sie ihren Körper verändern müssen. Dabei steht everyBody allen Frauen offen, die die Nase voll haben von Diäten, aber aktuell nicht an einer Essstörung erkrankt sind! Nachdem wir Ihnen einige Fragen zu Ihrem Essverhalten und Ihrem Verhältnis zu Ihrem Körper gestellt haben, stellen wir das passende Programm für Sie zusammen. Teilnehmen können Frauen ab 18 Jahren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (und auch alle anderen Frauen, die Deutsch sprechen). In einer wissenschaftlichen Studie untersuchen wir unter anderem, welche Wirkung everyBody bei verschiedenen Gruppen von Frauen hat und wie lange diese Wirkung anhält. Deshalb bitten wir alle Teilnehmerinnen, vor und nach dem Online-Programm sowie nach 6 und 12 Monaten an Befragungen teilzunehmen. Auch die Befragungen führen wir online durch. Die Teilnahme an der Studie kann anonym erfolgen.  

Nähere Informationen und Anmeldung unter https://icare-online.eu/de/everybody.html


2. Online-Programm

everyBody plus – Wartezeit auf ambulante Therapie sinnvoll nutzen

Frauen mit Bulimia und Binge Eating Störung warten oft sehr lang, bis sie sich entscheiden, professionelle Hilfe zu suchen. Haben sie diese Entscheidung dann getroffen, vergehen oft noch mehrere Monate, bis sie eine ambulante Behandlung aufnehmen können. Andererseits haben Frauen, denen es rasch gelingt, Essanfälle und gegensteuernde Verhaltensweisen zu reduzieren, eine größere Chance auf eine langfristige Besserung der Essstörung.

everyBody plus ist ein kostenloses 8-wöchiges Online-Selbsthilfe-Programm für Frauen mit Essanfällen, die auf der Suche nach einem Therapieplatz sind oder darauf warten, dass eine ambulante Therapie beginnt. Das Programm soll die Psychotherapie keineswegs ersetzen, es kann jedoch bereits im Vorfeld wichtige Grundlagen zum besseren Krankheitsverständnis vermitteln.   everyBody Plus wurde an der Stanford School of Medicine und am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Technischen Universität Dresden unter der Leitung von Prof. Dr. C. Barr Taylor und Prof. Dr. Corinna Jacobi entwickelt. Bei everyBody Plus geht es um die Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen, Essanfälle und kompensatorisches Verhalten, Körperzufriedenheit, die Bedeutsamkeit von Figur und Gewicht, Diätverhalten, ausgewogene Ernährung und Bewegung, Selbstwertgefühl, Emotionsregulation und Perfektionismus. Neben Informationen werden vielfältige interaktive Elemente angeboten: moderierte Online-Diskussionen, verschiedene Selbstbeobachtungstagebücher und Übungen für den Alltag. Jede Teilnehmerin erhält wöchentlich eine individuelle Rückmeldung durch eine klinische Psychologin. Die Wirksamkeit wurde von everyBody plus bereits für Frauen mit subklinischen Essstörungen nachgewiesen. Nun überprüfen wir im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie, in welchem Ausmaß auch Frauen mit vollsyndromalen Essstörungen (Bulimia nervosa, Binge Eating Störung, andere Störung mit Essanfällen), die auf einen Therapieplatz warten, profitieren. Deshalb bitten wir alle Teilnehmerinnen, vor und nach dem Online-Programm sowie nach 6 und 12 Monaten an Befragungen teilzunehmen. Das Los entscheidet, ob eine Teilnehmerin Zugang zum vollen Online-Programm bekommt oder ob Sie das Angebot erhält, mit Hilfe einer App Ihre Symptome im Blick zu behalten. Alle Befragungen führen wir online durch. Die Teilnahme an der Studie kann anonym erfolgen.  

Nähere Informationen und Anmeldung unter https://icare-online.eu/de/everybody-plus.html


3. Online-Programm

We Can – Angehörige von Menschen mit Magersucht unterstützen 

Die Angehörigen spielen eine bedeutsame Rolle im Heilungsprozess, sind aber durch die Erkrankung oft sehr belastet und erfahren oft keine ausreichende Unterstützung. Ein Mangel an Wissen und Fähigkeiten in Bezug auf die Erkrankung kann einen ungünstigen Einfluss auf die Erkrankung haben und auch zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung der Angehörigen führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Angehörigen in ihrer Rolle zu unterstützen. 

We Can ist ein Online-Training für Angehörige von Menschen mit Anorexia nervosa. We Can wurde am King’s College London von Experten für die Behandlung von Essstörungen, ehemaligen Patienten und Angehörigen von Betroffenen unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Schmidt entwickelt. Bei We Can lernen die Angehörigen in 8 interaktiven Modulen mehr über die Symptomatik der Anorexia nervosa, hilfreiche Kommunikation mit der erkrankten Person, das Anbieten von Unterstützung in schwierigen Zeiten sowie darüber, wie sie die erkrankte Person dabei unterstützen können, ungünstige Verhaltensweisen zu bewältigen. We Can richtet sich zusätzlich auch an die eigenen Bedürfnisse der Angehörigen und hilft ihnen dabei, ihre Bedürfnisse zu erfüllen und sicherzustellen, dass sie sich unterstützt fühlen. Die Angehörigen werden kontinuierlich durch das Programm geführt und haben jederzeit die Möglichkeit sich mit Fragen an das Studienteam zu wenden. In einer wissenschaftlichen Studie untersuchen wir unter anderem, welche Wirkung We Can bei Angehörigen und Betroffenen hat und wie lange diese Wirkung anhält. Deshalb bitten wir alle Angehörigen und möglichst auch die erkrankten Personen, vor und nach dem Online-Programm sowie nach 6 und 12 Monaten an Befragungen teilzunehmen. Auch die Befragungen führen wir online durch. Die Teilnahme an der Studie kann anonym erfolgen.  

Nähere Informationen und Anmeldung unter https://icare-online.eu/de/we-can.html

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